46. Viennale 2008
Am 17. Oktober startet die 12-tätige Viennale in der Donaumetropole.
74 Spielfilme, 65 Dokumentarfilme und 50 Kurzfilme bilden ein buntes Festivalprogramm, welches durch eine Retrospektive, 3 Tributes und drei Special Programs ergänzt wird.

Eröffnet wird das Festival mit dem diesjährigen Gewinner der Goldenen Palme in Cannes Entre les murs. Am gleichnamigen Roman von François Bégaudeau orientiert, schildert der französische Regisseur Laurent Carnet darin den Alltag einer Schulklasse, die Beziehungen zwischen dem Lehrer und seinen Schülern. Den Schluss des Programms bildet der israelische animierte Dokumentarfilm Waltz With Bashir von Ari Folman, der sich den verdrängten Erinnerungen der israelischen Soldaten an den Libanon Krieg widmet.
Besonderes interessant ist das Festival durch seine vielen Specials. Ein Highlight ist die der amerikanischen Großstadt gewidmete Retrospektive „Los Angeles. Eine Stadt im Film“. Diese umfasst sowohl Spiel-, als auch Dokumentar- und Experimentalfilme, die ein vielschichtiges Gesamtbild dieser Stadt zu zeigen versuchen. Zu sehen sind Filme wie Joseph von Sternbergs The salvation hunters (1925), Billy Wilders Sunset Boulevard (1950), Quentin Tarantinos Jackie Brown (1997) und weitere 92 Filme.
Eine weitere Bereicherung des Programms sind auch die Specials zum Schaffen des portugiesischen Regisseurs Miguel Gomes, des amerikanischen Künstlers John Gianvito und seinen Filmen zum Thema US-amerikanischer Gesellschafts- und Kriegspolitik, sowie der österreichischen Schauspielerin Nora Gregor, und des Filmkritikers Manny Farber.
Zusätzlich werden Werner Schröter, Bob Dylan und Franz Schwartz in ihnen gewidmeten Programmen geehrt. Werner Schröter ist einer der wichtigsten Regisseure des Neuen Deutschen Films der 70er und 80er Jahre, er selbst war für die Filmauswahl der ihm gewidmeten Reihe mitverantwortlich. Gezeigt werden unter anderem Tag der Idioten (1981), Malina (1991) und sein neuer Film Nuit de chien (2008), der dieses Jahr in Venedig für den goldenen Löwen nominiert war.
Wichtige Auszeichnungen des Festivals sind der Wiener Filmpreis für einen österreichischen Spielfilm und der Standard-Viennale-Publikumspreis an einen Film, der noch keinen Verleih in Österreich hat. Außerdem wird der renommierte FIPRESCI Preis des gleichnamigen Kritikerverbandes verliehen.



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